Einmal Demo schnuppern, Atmosphäre testen und so… Und schon hat sich das Kroki dabei ein wenig so gefühlt, als hätte uns jemand Catull-Zitate ins Hirn gemeißelt und dann die Lichter im Zimmer ausgepustet. In dem Sinn: „Odi et intellego. Quare id faciam, fortasse requiris? Nescio, sed fieri sentio et beatus sum.„*
Ein interaktives, textbasiertes Psychological Horror-Adventure, das Jumpscares meidet wie Vampire das Sonnenstudio: Livber: Smoke and Mirrors. Stattdessen serviert es uns Entscheidungen, Worte und ein Haus voller Erinnerungen an Lilith, die entweder tot, lebendig oder einfach nur verdammt stur ist. Sogar der Erzähler mischt hier mit, und wir unterhalten uns zu Beginn mit einer Stimme aus dem Off. Die Demo umfasst Akt 1 und lässt uns mit einem von acht Enden, sowie eine „Akt 2“ Titelkarte zurück – was in unserem Fall mehr Fragen als Antworten bedeutete.
Das düstere Vergnügen verdanken wir Oğuzhan Açıkalın (Story), unterstützt von einem kleinen türkischen Kreativzirkel: Uluç Kaymak (Musik & Atmosphäre), Muh. Semih Çavuş (Übersetzung) und Mihriban Korkmaz (Visuals). Ein Team, das klingt, als hätten sie ihre Seelen an die Bibliothek des Wahnsinns verpfändet – dafür einen Gothic-Horror-Rhythmus im Blut!
Weil LIVBER nicht mit Schrecken in 3D Modellen arbeitet, sondern mit dem Unwissen, welche Antwort unser Verderben bedeutet – und wie wir uns selbst damit ins Chaos manövrieren. Wir fanden’s seeehr tenta: Sound, Musik, Artstyle, Wortgewalt und diese subtile Macht, die ein einzelner Satz ausüben kann.
Macht euch am besten selbst ein Bild, wenn das Spiel am 28. Oktober auf Steam erscheint – oder probiert bis dahin die Demo.
*Catull, Gedicht 85: „Ich hasse und ich verstehe. Warum ich das tue, fragst du vielleicht? Ich weiß es nicht, doch ich spüre, dass es geschieht – und ich bin glücklich.“


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